92_lina: p (p)
 
Kein automatischer Alternativtext verfgbar.

Перевод:  "Паковать чемоданы в отпуск. Мне нужны 3 книги.
Однажды я запаковала 12.
На всякий случай."
92_lina: Marienburg (Default)
 .



Wie so oft begann ich in meinem kanadischen Team die Diskussion über diese Programm-Idee mit ein Paar Fragen. "Wer sind eure Helden?", fragte ich sie in einer Teamsitzung. "Wen verehrt ihr?" ...Management und Mitarbeiter schauten mich vollkommen verständnislos an. Ich legte nach und redete. Aber es kam so gut wie gar nichts zurück. "Hier in Kanada haben wir nicht wirklich Helden", sagten sie. "Come on", ich ließ nicht locker, "das glaube ich nicht. Ihr müsst doch Helden haben, so jemanden wie wir Amerikaner, die George Washington, Abraham Lincoln oder den Astronauten John Glenn verehren." Wieder sah ich in fragende Gesichter.  Es ging ein bisschen hin und her, ich insistierte, doch die Antworten blieben seltsam vage und blass. "Was ist mit militärischen Führern, Generälen ?" Sie schüttelten den Kopf: "Wir sind eine friedliebende Nation." 


Kent Nagano, "Erwarten sie wunder!"



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Wir kennen den ironisch-spöttischen Ton der Gedichte, wenn Goethe sich Kantische Grundanschauungen anverwandelt, um sich anschließend darüber lustig zu machen.  "Raum und Zeit, ich empfind es, sind bloße Formen des Denkens", heißt es im Xenien-Komplex. Aber diese Kantische Binsenwahrheit wird sofort parodistisch beiseite geschoben, wenn das Distichon fortfährt mit : "Da das Eckchen mit dir, Liebchen, unendlich mir scheint". Goethes Spott traf auch die Kantianer. Unter den Sachen so gestohlen worden (mit dem Zusatz: Immanuel Kant spricht) findet sich ein boshaftes Xenion: "Sechzig Begriffe wurden mir neulich diebisch entwendet,/  Leicht sind sie kenntlich, es steht sauber mein I. K. darauf" ... Aber die spöttische Distanz ist nicht alles. Wenn Goethe in den Maximen und Reflexionen über Kunst feststellt: "Wer gegenwärtig über Kunst schreiben oder gar streiten will, der sollte einige Ahndung haben von dem, was die Philosophie in unsern Tagen geleistet hat und zu leisten fortfährt", so enthält diese Bemerkung deutlich genug eine achtungsvolle Anerkennung der philosophischen Leistungen seiner Zeit.

...

Gelegentlich auch hier noch einmal Spott über die deutsche Aufklärungsphilosophie, wenn er schreibt : "Es sind nun schon bald zwanzig Jahre, daß die Deutschen sämmtlich transcendiren. Wenn sie es einmal gewahr werden, müssen sie sich wunderlich vorkommen".



Helmut Koopmann: Goethe, Faust und die Aufklärung, in: Nachgefragt. Zur deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts




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