Dezember 2008.
Apr. 2nd, 2009 11:40 pmDas Phänomen der Tiefe hat der französische Dichter Paul Valery einst sehr schön in Worte gefasst, als er es mit der Mächtigkeit eines Gongschlags in einem gewölbten Saal verglich. Dieser Gong lasse Räume spüren, wo Dinge vorhanden sein mögen, die man nicht sieht und die vielleicht da sind; die Stärke des Widerhalls lasse sie notwendig vermuten. Das Violinspiel des grossen russischen Geigers David Oistrach hatte viel von jener Tiefe. Man spürt andere Dimensionen und vermisst dabei doch nicht die grossen, dramatischen Gesten, die Oistrach so fremd waren. ...Bescheiden und nobel, charmant, behutsam und vollkommen unaffektiert nähert sich Oistrach den Sonaten Mozarts, Beethovens und Schuberts mit feinem Gespür für Leichtigkeit, Präzision und dialogisches Musizieren...
(Neue Züricher Zeitung von 02.11.2007)