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Jul. 15th, 2009 10:48 pmEs handelt sich hier nicht um zwei unterschiedliche oder gar gegensätzliche Theorien, sondern um zwei eng miteinander verknüpfte Aspekte, die Descartes innerhalb einer kohärenten Theorie erläutert. Es trifft zwar zu, dass er häufig nur von einem der beiden Aspekte spricht, ohne ausdrücklich zu erwähnen, um welche es sich handelt. Doch die beiden Aspekte verhalten sich komplementär zueinander. Wer einen Denkakt vollzieht (d.h. eine Ideem hat), richtet den Akt immer auf etwas und legt damit immer auch den Inhalt des Aktes fest; Denken ist definitionsgemäß Denken an etwas. Und umgekehrt gilt: Wer das Wesen eines Gegenstandes als Inhalt eines Aktes hat (d.h. eine Ideeo hat), benötigt immer einen Akt, durch den oder in dem er den Gegenstand darstellt; denn was dargestellt oder repräsentiert wird, wird immer durch etwas repräsentiert.
D. Perler (1996): Repräsentation bei Descartes, Frankfurt am Main, Klostermann, 96.